Q2 Datenbanken

Was gehört in eine Datenbank?

Lösung geprüft

Die Aufgabe der heutigen Stunde ist die allererste zu Datenbanken! Es geht noch um kein SQL, sondern um die Frage davor: was gehört überhaupt in eine Datenbank? Und die Antwort ist nicht „alles", sondern hängt davon ab, wofür man sie braucht.

Die Aufgabenstellung lautet

DB_00-1: Welche Informationen gehören in eine Datenbank?

Stellen Sie sich verschiedene Gemüsesorten vor, die Sie in eine Datenbank einpflegen wollen. Für jedes Szenario finden Sie bitte jeweils vier Eigenschaften/Attribute, die von Bedeutung oder nicht von Bedeutung sind.

Szenario 1: Supermarktbesitzer möchte die Informationen über das Gemüse speichern, um das Gemüse mit Gewinn zu verkaufen.
Szenario 2: Oma möchte Gemüsebreie machen (Apfelmus, Birnenmus usw.).
Szenario 3: Landwirt möchte die Informationen über das Gemüse speichern, um abrufen zu können, welche Sorte unter welchen Umständen und in welcher Jahreszeit am besten wächst.

Szenario 1 – Der Supermarktbesitzer

Sein Ziel ist Gewinn. Alles, was nicht mit Geld oder Ware zu tun hat, interessiert ihn nicht.

WichtigUnwichtig
EinkaufspreisBodenart beim Anbau
VerkaufspreisWasserbedarf der Pflanze
HaltbarkeitsdatumWachstumsdauer in Wochen
LagerbestandZuckergehalt

Das Haltbarkeitsdatum ist für ihn direkt Geld: was verdirbt, muss er wegwerfen. Wie lange die Pflanze zum Wachsen gebraucht hat, ändert an seinem Gewinn dagegen gar nichts.

Szenario 2 – Oma und ihre Breie

Oma kocht. Sie will wissen, was zusammenpasst und wie es schmeckt.

WichtigUnwichtig
SorteEinkaufspreis
Zuckergehalt / SüßeRegalnummer im Supermarkt
ReifegradMehrwertsteuersatz
Menge für ein Glas BreiLieferant

Der Zuckergehalt taucht hier auf, obwohl er beim Supermarktbesitzer in der Spalte „unwichtig" stand. Das ist genau der Punkt der Aufgabe.

Szenario 3 – Der Landwirt

Er will wissen, was wann und wo am besten wächst.

WichtigUnwichtig
Aussaatzeit / JahreszeitVerkaufspreis im Laden
BodenartRegalplatz
WasserbedarfMehrwertsteuersatz
ErntezeitpunktVerpackungsgröße

Worauf die Aufgabe hinauswill

Dreimal dasselbe Gemüse, dreimal völlig verschiedene Datenbanken. Keine einzige Eigenschaft steht bei allen drei in der Spalte „wichtig".

Daraus folgt der Merksatz für die ganze Einheit: Eine Datenbank speichert nicht alles, was man über etwas wissen könnte, sondern genau das, was für ihren Zweck gebraucht wird. Wer das umdreht und einfach jede denkbare Spalte anlegt, bekommt eine Tabelle mit fünfzig Attributen, von denen achtundvierzig leer bleiben.

Zu wenig gespeichertZu viel gespeichert
Fragen lassen sich nicht beantworten, man muss nachträglich Spalten hinzufügenSpeicherplatz verschwendet, Abfragen werden langsam, viele Felder bleiben leer
Beispiel: Supermarkt ohne Haltbarkeitsdatum merkt nicht, was verdirbtBeispiel: Supermarkt mit Bodenart – niemand pflegt das je ein

Wer das Kapitel OOP hinter sich hat, kennt das Prinzip übrigens schon: genau so haben wir beim Auto entschieden, dass Kennzeichen und Tankvolumen wichtig sind und die Farbe nicht. Das heißt dort wie hier Abstraktion – nur dass es jetzt Tabellenspalten sind statt Attribute.

Es gibt hier keine einzig richtige Lösung. Bewertet wird, ob deine Zuordnung zum jeweiligen Zweck passt und ob du sie begründen kannst. „Der Einkaufspreis ist für Oma unwichtig, weil sie nicht weiterverkauft" ist eine vollständige Antwort.

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